33. Yellow Cup

Ein Spiel zu viel für die Schweizer

Im dritten Anlauf nach 1993 und 1997 hat die Nationalmannschaft Ägyptens am 1./2. Januar 2005 erstmals den Yellow Cup für sich entschieden. Nach den klaren Siegen in den Gruppenspielen gegen Kuwait (27:14), Griechenland (22:17), Ägypten (22:16) und dem K-Sports Team Korea (27:18) fehlten dem durch Verletzungen dezimierten Schweizer Team im Final die Kraft, um den Afrikameister ein zweites Mal in Schach zu halten. Die vom Deutschen Jörb-Uwe Lömmel geführten Ägypter, die nur wegen der besseren Tordifferenz gegenüber Griechenland das Endspiel erreichten hatten, setzten sich 23.19 (11:9) durch. Die Olympia-Überraschung Griechenland mit den Pfadi-Spielern Nikolaos Kokolodimitrakis und Nikolaos Grammatikos musste sich vor Kuwait mit dem dritten Platz begnügen. Nach guten Vorstellungen in den Vorjahren blieb Jae-Won Kangs K-Sports Team Korea diesmal ohne Punkte. Schwierigkeiten bei der Rekrutierung der Spieler hatten die Zusammensetzung einer konkurrenzfähigen Truppe verhindert.

Für Arno Ehret war das Turnier ein Jahr vor der Europameisterschaft in der Schweiz eine wichtige Standortbestimmung und nach der Niederlage im WM-Playoff gegen Griechenland und einem missglückten Vierländerturnier auch ein willkommener Aufsteller. „Wir traten endlich so auf, wie ich es als selbstverständlich erachte, mit Engagement und Siegeswillen“, freute sich der Trainer der Schweizer. Dass es zuletzt nicht zum Turniersieg reichte konnte nicht verwundern, standen doch Ehret nur noch neun Feldspieler zur Verfügung. Nachdem am ersten Tag bereits Robbie Kostadinovich, Severin Brüngger und Iwan Ursic gefehlt hatten, mussten am zweiten Tag auch die verletzten Thomas Gautschi und Simon Brogli zusehen.

Zum besten Spieler der Schweiz avancierte Antoine Ebinger, der prompt auch zum besten Goalie des Turniers gewählt wurde. Erfolgreichster Torschütze war mit erst sieben Länderspielen auf dem Buckel der Berner Aufbauer Ruedi Joder mit 25 Toren. Bei den jungen Rückraumspielern Andy Schmid, Tom Furrer und Daniel Schmid wechselten sich gute und weniger gute Szenen ab. Für ihren Entwicklungsprozess war der Yellow Cup jedoch optimal. „Solche Partien sind wichtig, um das Selbstvertrauen zu finden“, bestätigte Ehret.

Weniger optimal war die zusätzliche Beanspruchung der Schweizer Spieler durch den „Final four“ wenige Tage zuvor in Zürich sowie die zusätzlichen Länderspiele gegen Ägypten und Deutschland vor und nach dem Traditionsturnier, das bereits seine 33. Auflage erlebte. Die ständige Ausweitung des internationalen Spielbetriebs nagt an der Substanz der Aktiven und der Organisatoren, die trotz des eher unbeliebten Termins einen willkommenen Zustupf in die Vereinskasse fliessen lassen konnten. Verantwortlich dafür waren der erfreuliche Zuschaueraufmarsch, die vielen treuen Gönner und Helfer sowie der neue Hauptsponsor – „Die Mobiliar“.

Resultate:

Vorrunde: Ägypten – Kuwait 28:16

Griechenland – K-Sports Team Korea 27:20

Kuwait – Schweiz 14:27

Korea – Ägypten 17:25. Schweiz – Griechenland 22:17

Ägypten – Schweiz 16:22

Korea – Kuwai 19:25

Griechenland – Ägypten 17:17

Schweiz – Korea 27:18

Kuwait – Griechenland 24:30

Finalspiel: Schweiz – Ägypten 19:23 (9:11)

Tabelle (je 4 Spiele):

1. Schweiz 8 Punkte (98:65)

2. Ägypten 5 (86:72)

3. Griechenland 5 (91:83)

4. Kuwait 2 (79:104)

5. K-Sports Team Korea 0. (74:104)

Prämierungen:

Attraktivster Spieler: Mohmed Keschk (Ägypten)

Bester Torhüter: Antoine Ebinger (Schweiz)

Bester Torschütze: Meshil Alenezi (Kuwait)

Fairnesspreis: K-Sports Team Korea

Publikumspreis: Schweiz

Beste Schiedsrichter: Stefan Vitzthum/Frabcis Choquard (Schweiz)

Besondere Verdienste: Gisela Harrer/Ursi Häberli (Hotel Banana City)