Dank des 29:29-Unentschiedens gegen Nordmazedonien am Samstagabend gewinnt das Schweizer Nationalteam zum zehnten Mal das Vierländerturnier in Winterthur. Spannung, Emotionen und Kampf bis zur letzten Sekunde – das Finalspiel gegen die Osteuropäer bot alle Zutaten für den letzten Härtetest vor der anstehenden Europameisterschaft in Skandinavien.
Kurz zusammengefasst
Das dritte und letzte Länderspiel am diesjährigen Yellow Cup in Winterthur bietet den rund 2000 Fans ein handballerisches Spektakel, das niemanden auf den Plätzen der WIN4-Arena sitzen lässt. Die Schweiz und Nordmazedonien, die beide ihre ersten Spiele gewonnen hatten, schenken sich in der umkämpften «Finalissima» nichts. In der Chrunchtime geben die Gastgeber, die bis anhin teilweise mit fünf Toren Vorsprung das Spiel kontrollieren, den Vorteil zum aus der Hand, Nordmazedonien geht zum ersten Mal überhaupt im Spiel in Führung (26:27). Drei Treffer von Pfadi-Spieler Mehdi Ben Romdhane und eine wichtige Parade von Torhüter Nikola Portner sichern den Schweizern das 29:29-Unentschieden – und aufgrund des besseren Torverhältnisses den Turniersieg. Damit besteht das Nationalteam den letzten Härtetest vor der EM 2026 und wird mit Selbstvertrauen und weiteren Erkenntnissen kommende Woche nach Oslo reisen.
Das erwartet hart umkämpfte Spiel
Wie bereits in den ersten beiden Partien startet die Schweiz vor dem Heimpublikum fokussiert und konsequent in das Finalspiel. Noam Leopold trifft in der 12. Minute zum 7:3, bevor sich das nordmazedonische Team langsam auf das Spiel einstimmt und den Kampf annimmt. Es dauert sechs Minuten, bevor die Schweiz über Gino Steenaerts der nächste Treffer gelingt – ab dieser Phase nimmt das Spiel den erwarteten emotionalen und umkämpften Charakter an, in dem die Schweizer für jeden Erfolgsmoment hart arbeiten müssen. Eine schwierige Phase, die Nationaltrainer Andy Schmid vor Spielbeginn bereits angesprochen hatte: «Wir werden immer mal wieder schlechte Phasen im Spiel haben – wichtig ist einzig, wie wir diese überstehen.»
Und das Schweizer Nationalteam meistert die erste ernsthafte Herausforderung dieses Spiels mit Geduld und Biss. Nach dem gegnerischen Anschlusstreffer zum 11:10 in der 24. Minute stellt die Schweiz innerhalb vier Minuten auf 17:11 – die Schwächephase ist überwunden, die Teams trennen sich zur Halbzeit mit 18:13.
In der zweiten Hälfte schalten beide Mannschaften nochmals einen Gang höher, innert fünf Minuten fallen acht weitere Tore und Nordmazedonien schiebt sich resultatmässig wieder an die Schweiz heran. Auffällig besonders in dieser Phase der 22-jährige Marko Mitev, der auf der zentralen Rückraumposition stets gefährlich agiert, auch den Kreis binden die Osteuropäer immer wieder erfolgreich in ihr Spiel ein. Die Schweiz kann ihren Vorsprung halten, muss dafür aber weiterhin hart arbeiten. Eine Viertelstunde vor Spielende trifft Samuel Zehnder per Penalty zum 25:21 – die Halle steht.
Doch auf den Erfolg folgt ein kurzer Einbruch, während dem den Schweizern technische Fehler unterlaufen. Nordmadezonien nutzt die Chance und spielt sich in der Schlussphase, unterstützt von den lautstarken Fans in der Halle, in einen Lauf. In der 52. Minute fällt durch Ivan Dzonov der Ausgleich (26:26), in der 54. Minute die bereits erwähnte nordmazedonische Führung 26:27. In der Crunchtime sorgt Mehdi Ben Romdhane mit drei Treffern dafür, dass die Schweiz die Oberhand behält; gleichzeitig findet die Deckung zum richtigen Zeitpunkt zur nötigen Sicherheit zurück. Zwar trifft Marko Mitev noch zum Ausgleich, der Turniersieg geht jedoch verdient an das Schweizer Nationalteam.
So geht's weiter
Die Schweiz hat an den drei Spielen des Yellow Cups wichtige Erkenntnisse für die anstehende Europameisterschaft in Skandinavien sammeln können. Am Mittwoch startet die EM-Reise nach Norwegen: Dort wird das Team von Nationaltrainer Andy Schmid in der Vorrundengruppe D gegen die Färöer Inseln (16. Januar), gegen Slowenien (18. Januar) und gegen Montenegro (20. Januar) antreten. Das Ziel ist mit dem Einzug in die Hauptrunde gesetzt. Das Feuer, das es dafür braucht, hat die Schweiz am heutigen Finale gegen Nordmazedonien endgültig entfacht.
Quelle: Carolin Thevenin (SHV)




