Die Schweiz gewinnt den zweiten Test gegen Tschechien dank später Wende

Die Schweizer Nationalmannschaft hat das zweite Spiel in Aarau gegen Tschechien knapp mit 30:29 (11:15) gewonnen. Nach einer ausgeglichenen und umkämpften Partie schafften die Schweizer dank taktischen Umstellungen zunächst eine Aufholjagd und kurz vor Schluss die umjubelte Wende.

Die 18. Begegnung gegen Tschechien erzählte eine andere Geschichte als noch der deutliche Sieg vom Vortag. Die Gastgeber gerieten vor 1’360 Zuschauern in der Schachenhalle früh mit 3:6 in Rückstand. Tschechien präsentierte sich im zweiten Spiel stark verbessert, stand in der Deckung deutlich kompakter, und hatte mit Martin Galia einen sicheren Rückhalt. Dem ehemaligen St. Galler Keeper gelangen in der ersten Halbzeit zehn Paraden (48 Prozent). Dazu fehlte den Schweizern die letzte Konsequenz – und die Quittung war ein 11:15-Rückstand beim Seitenwechsel.

19 Tore aus 23 Angriffen

Es brauchte wohl deutliche Worte von Trainer Michael Suter in der Kabine, aber die Schweizer bestanden den Charaktertest im zweiten Durchgang. Zwar skorte der Linkshänder Stanislav Kasparek vom ungarischen Topteam Szeged zum Auftakt für Tschechien gleich dreimal und die Schweiz lag weiter im Hintertreffen, doch die Partie veränderte sich. Der starke Luka Maros (5) erzielte nach 36 Minuten das erste Schweizer Gegenstosstor überhaupt, und nach einer Dreiviertelstunde fand Michael Suter mit einer 5-1-Deckung auch defensiv eine funktionierende Variante.

Die Schweizer glichen nach 50 Minuten dank vier Treffern in Folge wieder zum 24:24 aus und hätten das Spiel danach beim Stand von 29:27 gar vorzeitig zu ihren Gunsten entscheiden können, doch Tschechien kam noch einmal zurück. Am Ende brauchte es in den letzten 30 Sekunden den achten Treffer von Andy Schmid und die sechste Parade von Aurel Bringolf; dem Torhüter von St. Otmar gelangen in der Schlussphase mehrere wichtige Saves. Beeindruckend war indes die Statistik: Die Schweizer erzielten in der zweiten Halbzeit in 23 Angriffen 19 Tore – 83 Prozent.

«Eine gute Erfahrung für die Mannschaft»

«Es ist aussergewöhnlich, dass wir in so einem Spiel noch einmal zurückkommen», sagte Michael Suter. «Der Gegner war im Vergleich zum Vortag stark verbessert. Heute war es ein anderes Spiel, Tschechien stand gut in der Verteidigung und hat es uns schwer gemacht, ins Spiel zu kommen. Der Schlüssel zum Erfolg war, eine Defensive zu finden, die dem Gegner mehr Probleme bereitet, damit wir Bälle gewinnen und auch unseren Torhüter ins Spiel bringen können. Es ist für mich schön zu sehen, dass es selbst auf diesem Niveau möglich ist, so ein Spiel noch einmal zu drehen. Das war eine gute Erfahrung für die Mannschaft, und das spricht auch für die Moral, die im Team steckt.»

Die nächsten Länderspiele stehen für die Schweiz erst im neuen Jahr auf dem Programm. Am Yellow Cup in Winterthur vom 3. bis 5. Januar trifft die SHV-Auswahl auf die Ukraine, Tunesien und die Niederlande. Die EHF EURO 2020 beginnt für die Schweiz am 10. Januar in Göteborg mit dem Spiel gegen Co-Gastgeber Schweden.

 

TELEGRAMM

Schweiz – Tschechien 30:29 (11:15)
Schachenhalle, Aarau – 1’360 Zuschauer – Sr. Brunner/Salah (SUI).
Torfolge: 0:2, 1:3, 2:3, 2:5, 3:6, 5:6, 6:7, 6:9, 7:9, 7:11 (20.), 9:13, 11:13, 11:15; 11:16, 13:18, 15:18, 18:21, 18:23 (42.), 20:23, 20:24 (46.), 24:24 (50.), 24:25, 25:26, 27:26 (52.), 28:27, 29:27 (57.), 29:29, 30:29
Strafen: Je 1mal 2 Minuten.
Schweiz: Portner (4 Paraden)/Bringolf (25. bis 30. und ab 42./6 Paraden); Schmid (8), Meister (3), Rubin (1), Svajlen, Lier (6/4), Sidorowicz, Röthlisberger, Küttel (3), Maros (5), Tominec, Gerbl (1), Milosevic (3).
Tschechien: Galia (12 Paraden)/Mrkva (ab 52./2 Paraden/2 Tore); Hrstka (2), Becvar (3), Piroch, Sterba (2), Kasparek (7), Babak (4/1), Cip (5), Slachta (1), Klima, Poloz, Dokoupil, Uzech, Zbranek (3), Fulnek.
Bemerkungen: Schweiz ohne Raemy, Von Deschwanden, Delhees, Tynowski, Zehnder (alle verletzt), Schelker und Winkler (beide nicht eingesetzt).

 

Highlights

Quelle: Marco Ellenberger, SHV

Magst du diesen Artikel?

Share on facebook
Share on Facebook
Share on whatsapp
WhatsApp
PRÄSENTIERT VON:
Menu Schliessen