Der traditionsreiche Yellow Cup geht am Freitag, 8. und Samstag, 9. Januar 2027 in der AXA Arena Winterthur in seine 53. Auflage. Mit Kap Verde, der Slowakei und China reisen drei Nationen aus drei unterschiedlichen Kontinenten nach Winterthur. Zum Auftakt am Freitag trifft die Schweiz auf Kap Verde, während sich China und die Slowakei im zweiten Halbfinale duellieren. Durch den Halbfinal- und Finalmodus entscheidet sich erst am Freitag, ob die Schweiz am Samstag auf China oder die Slowakei trifft.
Mit der Heim-EURO 2028 steht der Schweizer Männer-Nationalmannschaft ein ganz besonderes Handballereignis bevor. Nachdem das Team von Nationaltrainer Andy Schmid im vergangenen Mai die Qualifikation für die WM 2027 in Deutschland verpasste, richtet sich der Fokus nun voll und ganz auf die Europameisterschaft im eigenen Land. Die kommenden Monate stehen im Zeichen der Vorbereitung.
Ein erster Höhepunkt wartet bereits am 8. November, wenn die Schweiz im EHF EURO Cup, einem Wettbewerb für die bereits für 2028 qualifizierten Nationen, auf Welt- und Europameister Dänemark trifft. Weitere Länderspiele gegen Österreich im Januar sowie Portugal und Spanien im März und Mai stehen auf dem Programm. Dazwischen bildet der Yellow Cup einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Heim-EURO 2028. Die beiden Begegnungen vor heimischem Publikum bieten der Schweizer Equipe die Gelegenheit, neue Spielideen und personelle Konstellationen zu testen, taktische Abläufe weiterzuentwickeln und das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft zu festigen. Gleichzeitig kann sich die Schweiz mit unterschiedlichen Spielstilen auseinandersetzen und wertvolle Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung gewinnen.
Kap Verde
Nach vier Jahren kehren die «blauen Haie» aus Kap Verde nach Winterthur zurück. Bei ihrer letzten Teilnahme am 49. Yellow Cup 2023 galt die Inselnation vor der Nordwestküste Afrikas noch als aufstrebender Aussenseiter. Inzwischen hat sich Kap Verde unter den besten Handballnationen Afrikas etabliert und steht unmittelbar vor seiner vierten Weltmeisterschaft in Folge. Dort treffen die «blauen Haie» in der Vorrundengruppe B auf Ägypten, Italien und Saudi-Arabien. Der Yellow Cup bietet der Mannschaft somit die ideale Gelegenheit, sich wenige Tage vor dem Grossereignis den letzten Schliff zu holen. Nach dem jeweils 23. Schlussrang an den Weltmeisterschaften 2023 und 2025 soll nun der nächste Schritt folgen.
Auch aus Schweizer Sicht verspricht die Rückkehr der «blauen Haie» Spannung. Bereits beim Yellow Cup 2023 trennten sich die beiden Nationalmannschaften unentschieden. Angesichts der jüngsten Entwicklung Kap Verdes dürfte das erneute Aufeinandertreffen im Halbfinale ein Duell auf Augenhöhe werden. Für beide Mannschaften steht dabei nicht nur ein gelungener Turnierauftakt, sondern auch der Einzug ins Finale auf dem Spiel.
Slowakei
Mit der Slowakei reist eine europäische Nationalmannschaft nach Winterthur, die sich nach einer schwierigen Qualifikationsphase neu orientiert. Nach der verpassten Teilnahme an der EURO 2026 und der gescheiterten Qualifikation für die WM 2027 hat im Sommer mit Ľuboš Hudák und Jan Filip ein neues Trainerduo die Verantwortung übernommen. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen eine engere Zusammenarbeit mit den Vereinen, die stärkere Vernetzung zwischen Nachwuchs und Nationalmannschaft sowie die Entwicklung einer einheitlichen Spielphilosophie. Am Yellow Cup wollen die Slowaken erste Fortschritte auf ihrem Weg zurück zu alter Stärke zeigen.
Im Kader sticht insbesondere Jakub Prokop hervor. Der 28-jährige Rückraumspieler steht beim spanischen Erstligisten Bathco BM Torrelavega unter Vertrag und wurde für seine Leistungen in der Saison 2025/26 als bester linker Rückraumspieler ins All-Star-Team der spanischen Liga ASOBAL gewählt. Eine bemerkenswerte Auszeichnung in einer der stärksten Handballligen Europas.
Auch der Nachwuchs macht auf sich aufmerksam. Mit Jakub Féder, einem rund zwei Meter grossen Linkshänder im rechten Rückraum, und dem 19-jährigen Rechtsaussen Adam Dopjera, der beim ungarischen Spitzenclub Veszprém engagiert ist, verfügt die Slowakei über zwei vielversprechende Talente.
China
Mit China gastiert eine Mannschaft in Winterthur, die eine besondere Verbindung zum Schweizer Handball mitbringt. An der Seitenlinie steht mit Dragan Đukić ein alter Bekannter: Der Serbe trainierte von 2006 bis 2008 die Schweizer Männer-Nationalmannschaft. Nun kehrt er als Nationaltrainer Chinas in die Schweiz zurück.
Ein Blick auf den chinesischen Kader der Asienmeisterschaft 2026 zeigt, dass sämtliche Spieler bei Vereinen in der heimischen Liga engagiert waren. Zu den erfahrensten Akteuren gehören Spielmacher Chen Xu und Rückraumspieler Wang Xiaofeng, die beide bereits 80 Länderspiele absolviert haben.
An der Asienmeisterschaft im vergangenen Januar belegte China den 9. Schlussrang und verpasste damit die Qualifikation für die WM 2027. Am Yellow Cup wollen die Chinesen nun zeigen, dass auch abseits der etablierten Handballnationen spannender Handball gespielt wird.
Vier Nationen, unterschiedliche Handballkulturen und ein neuer Turniermodus: Der 53. Yellow Cup bietet zwei Tage, an denen neue Spielideen erprobt, Erfahrungen gesammelt und Emotionen geweckt werden. Unter dem Motto «INKEDBYTHEGAME» steht dabei nicht nur das sportliche Geschehen im Mittelpunkt, sondern auch das, was über die Schlusssirene hinaus bleibt. Denn Handball ist mehr als ein Resultat auf der Anzeigetafel. Es sind die Leidenschaft, die Begegnungen und die gemeinsamen Erlebnisse, die ihre Spuren hinterlassen.




